[20.02.2011] Pharmazeut aus Guizhou stirbt im Gefängnis, nachdem er durch jahrelange Folter zum Invaliden geworden war
Pressemitteilung 21. Februar 2011
Berlin/New York (FDI) - Das Falun Dafa Information Center (FDIC) in New York hat kürzlich erfahren, dass ein 39 Jahre alter Pharmazeut, der in einem Arbeitslager in der Provinz Guizhou eingesperrt war, Mitte Januar 2011 in der Haft verstorben ist. Berichten zufolge war der Mann aufgrund jahrelanger Folter nicht mehr in der Lage zu laufen. Im Jahr 2011 ist Herr Hu Dali (胡大礼) aus dem Kreis Xiuwen der erste Falun Gong-Praktizierende, dessen Ermordung durch das chinesische Regime bekannt wurde.
„Während Millionen Familien überall in China gemeinsam das neue Jahr feierten, wurde die Familie von Herrn Hu Dali plötzlich mit der Nachricht konfrontiert, dass der Sohn, Bruder und Cousin nie mehr nach Hause kommen wird“ erklärt der Leiter des FDIC, Levi Browde. „Der Tod von Herrn Hu ist nicht nur ein tragischer Verlust für seine Familie, sondern auch für die Gesellschaft. Anständige und fürsorgliche Menschen wie Herr Hu, die im medizinischen Bereich tätig sind, sind weit über ihre Familienbande und ihren Freundeskreis hinaus ein Gewinn für die Gesellschaft.“
Herr Hu hatte im örtlichen Krankenhaus für traditionelle chinesische Medizin gearbeitet. Als das kommunistische Regime in China ihre Verfolgung von Falun Gong begann, wurde Herr Hu festgenommen und von 1999 bis 2002 im Arbeitslager interniert; er war nach Peking gegangen, um dort für das Recht zur freien Ausübung der Meditationspraxis zu appellieren. Bei seiner Entlassung versuchten die Behörden ihn zu zwingen, eine Verzichtserklärung auf das Praktizieren von Falun Gong zu unterschreiben, was Herr Hu ablehnte.
Bald darauf wurde Hu Dali erneut entführt und im August 2003 in einem geheimen Schauprozess zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Während seiner Zeit in Haft wurde seinen Familienmitgliedern immer wieder der Zugang zu ihm verweigert. Aber andere, die mit Herrn Hu zusammen im Gefängnis waren, informierten seine Angehörigen darüber, dass er schwer gefoltert wurde und infolge dessen seine Beine fast gar nicht mehr gebrauchen konnte. Er konnte sich nur noch mit Hilfe von Krücken fortbewegen.
Am 19. Januar 2011 rief das Personal des 4. Gefängnisses der Stadt Dujun Herrn Hus Familie an und forderte diese auf zum Gefängnis zu kommen, um ihn abzuholen. Als drei seiner Geschwister dort ankamen, war er bereits tot. Sie wurden gezwungen, der sofortigen Verbrennung seines Leichnams zuzustimmen und kehrten am nächsten Tag mit seiner Asche in seine Heimatstadt zurück.
Hu Dali war als ehrlicher Pharmazeut bekannt, der in seiner beruflichen Praxis unlautere Praktiken immer abgelehnt hat. Berichten zufolge soll er in Haft anderen Falun Gong-Praktizierenden immer wieder Mut gemacht haben und trotz der brutalen Folter mutig und aufrichtig an seinem Glauben festgehalten haben.
Seit 1999 wurden Herr Hu und die Menschen um ihn herum auf verschiedene Weise Opfer der unablässigen Bemühungen der Kommunistischen Partei, ihn zu verfolgen. Seinen Kollegen im Krankenhaus wurde wegen Herrn Hus Appell in Peking als eine Art Kollektivstrafe, der Bonus am Jahresende verweigert. Seine Verlobte wurde wiederholt von den Behörden unter Druck gesetzt und schließlich gezwungen ihre Verlobung aufzulösen. Seine Schwester wurde wegen der Verbindung ihres Bruders zu Falun Gong von ihrem Arbeitgeber entlassen. Und seine Mutter – ebenfalls eine Falun Gong-Praktizierende – starb 2004, nachdem sich ihr Gesundheitszustand infolge der Belastung für sie selbst und durch die Verurteilung ihres Sohnes zu zehn Jahren Gefängnis verschlechtert hatte.
Falun Dafa, auch Falun Gong genannt, ist eine traditionelle buddhistische Kultivierungsschule, die ursprünglich aus China stammt und in mehr als 100 Staaten der Welt praktiziert wird. Neben den körperlichen Übungen wird besonderer Wert auf ein Leben nach den Prinzipien von Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht gelegt, die seit Tausenden von Jahren in der chinesischen Kultur verwurzelt sind.
Seit 20. Juli 1999 unterliegt Falun Dafa in China einer irrationalen Verfolgung, die durch den ehemaligen Staatspräsidenten Jiang Zemin initiiert wurde. Hunderttausende wurden seit dem Juli 1999 festgenommen, über 100.000 Praktizierende, möglicherweise aber wesentlich mehr, zu häufig jahrelangem Arbeitslager verurteilt, in der Regel ohne ordentliches Gerichtsverfahren. Die Verfolgung in China umfasst alle Lebensbereiche: sie führt zum Verlust von Arbeitsplatz und Wohnung, schließt Schüler und Studenten von der Ausbildung aus, zwingt Frauen zur Abtreibung und Ehepaare zur Scheidung. Dem Falun Dafa Informationszentrum liegen bis heute Informationen von über 3.518 Todesfällen vor, zu denen es durch Folter in Polizeistationen und Arbeitslagern kam. Die Dunkelziffer dürfte um ein Vielfaches höher liegen.
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